Die im Lehrplan angeführten Kompetenzen sind Grundlage für die Themenstellungen, z.B.:
-
Entwicklungslinien der bildenden und angewandten Kunst kennen
-
mit Phänomenen der visuellen Massenmedien bewusst und verantwortungsvoll
umgehen
-
Reflexivität und Diskursfähigkeit im Umgang mit Bildmedien zeigen
-
exemplarisch Aufgabenfelder und Erscheinungsformen der bildenden und angewandten
Kunst kennen
-
die Wirkung der bildnerischen Mittel im Hinblick auf den Realitätsgehalt medial
vermittelter Botschaften erkennen
Visuelle Botschaften dechiffrieren, differenzieren und bewerten
-
in der Auseinandersetzung mit dem aktuellen Kunstgeschehen die gegenwärtige
Kunstentwicklung kennen lernen und mit der eigenen Erfahrung in Beziehung bringen
-
die eigenen Gestaltungsabsichten und Arbeitsergebnisse reflektieren und bewerten
Themenpools:
2 Themenpools pro Semesterwochenstunde erforderlich. (Also in der Regel bei 7 Stunden in der Oberstufe 14, bei 8 Stunden oder mehr 16.)
Techniken, Materialien, bildnerische Probleme oder thematische Schwerpunktsetzungen können den Ausgangspunkt für die Formulierung lernzielorientierter Themenbereiche bilden, nicht jedoch die reine Auflistung einer chronologischen Kunstgeschichte. Kunsthistorische Themenbereiche müssen auf jeden Fall über eine reine Stilgeschichte hinausgehen und die Möglichkeit eröffnen, Querverbindungen zu anderen Fachinhalten (wie etwa zu ihrer eigenen Arbeit) herzustellen und diese zu erläutern.
zielorientierte Verben (laut Lehrplan): SchülerInnen sollen (...) bereichern, entwickeln, beobachten, erfahren, nutzen lernen, (gestaltend) auseinandersetzen, (zielgerecht) einsetzen können, darstellen können, vermitteln können, Fähigkeit erwerben, anwenden können, planen können, durchführen können, darbieten können, darüber kommunizieren können, einordnen können, erkennen, erläutern, Einblicke gewinnen, nachvollziehen können,...
z.B.
- Farbe als Gestaltungs- und Ausdrucksmittel in Kunst und Alltagskultur (bewusst wahrnehmen und analysieren*)
- Zusammenhänge von Form, Konstruktion und Funktion in Architektur und erlebbaren Räumen (erkennen, benennen und erklärend darstellen*)
- Visuelle Massenmedien bewusst als Informationsträger (wahrnehmen und kritisch hinterfragen*)
- Die Bildsprache der bewegten Bilder in Film und Video (analysieren und reflektieren*)
- „Die Sprache der Dinge“: Zusammenhänge zwischen Form-Inhalt-Material (analysieren und in einen kunst- und gesellschaftspolitischen Kontext stellen*)
- Geschlechtsspezifische Rollenbilder in Alltag, Kunst und Medien (erkennen und charakterisieren*)
- Formale und funktionale Zusammenhänge in Architektur und Design (untersuchen, analysieren und beurteilen*)
- Raumdarstellung und historische Entwicklungen zur Tiefenräumlichkeit (reflektieren und anwenden*)
- Stilistische Entwicklungen in der Malerei der klassischen Moderne (beschreiben, zuordnen und reflektieren)
(*Quelle: Leitfaden Matura BE, Jan. 2013, die Verben beziehen sich auf den alten Lehrplan)
Aufgabenstellungen
Die Aufgabenstellung
ist kompetenzorientiert zu formulieren. (Eine Kompetenz ist die Manifestierung der im Lehrplan formulierten Ziele.
)
Sie
soll aus Reproduktion(*1), Transferleistung (*2), Reflexion und Problemlösung (*3) und (wenn möglich) Erfahrungen aus der eigenen Praxis (die
Produktion vor Ort muss sich auf einfacheSkizzierungen beschränken oder
kann im Format leider nur anhand des Portfolios reflexiv/sprachlich-kognitiv wiedergegeben
werden) bestehen.
*1: Wiedergabe von Sachverhalten (auch Auswendig-Gelerntes), Fachwissen, aus den Angaben herausgearbeitete Inhalte, rein reproduktives Nutzen von Arbeitstechniken
*2: Hier ist selbständiges Erklären, Bearbeiten und Ordnen von Inhalten zu verstehen. Anwenden von methodischen Schritten auf unbekannte Beispiele und Zusammenhänge (Transfer).
*3: Hier ist der reflexive Umgang mit Zusammenhängen/Problemstellungen/eingesetzten Methoden/Erkenntnissen gefordert. --> selbständige Begründungen, Interpretationen, Bewertungen,...(Problemlösung)
Es kann also sehr wohl ein inhaltliches "Stoffgebiet" abgefragt werden, die Aufgabe darf sich aber nicht auf die reine Wiedergabe beschränken, sondern muss auch abprüfen, ob das Erlernte auch auf neue Situationen transferiert werden kann und ob es für Problemlösungen oder Erläuterungen angewendet werden kann. Die Verzahnung von Bildwissen, Praxiserfahrung und Reflexion soll in einem Prüfungsgespräch entsprechend sichtbar werden.
Die Frage soll so gestellt sein, dass sich eine Beantwortung in 10-15 Minuten ausgeht. Die Prüferin/der Prüfer leitet die Beantwortung, fragt nach, schaut auf die Zeit,...
Für die einzelnen Aspekten der Aufgabenstellung können verschiedene Operatoren (handlungsanweisende Verben) verwendet werden:
Für den Bereich Reproduktion: aufzählen, aufzeigen, benennen, bestimmen, beschreiben, bezeichnen, charakterisieren, darlegen, darstellen, definieren, ermitteln, feststellen, herausarbeiten, lokalisieren, nennen, schildern, skizzieren, veranschaulichen, wiedergeben, zitieren, zusammenfassen,...
Für den Bereich Transfer: ableiten, analsyieren, anwenden, auswerten, begründen, charakterisieren, (Zusammenhänge) darstellen, einordnen, erklären, erläutern, erstellen, Unterschiede darlegen, gegenüberstellen, vergleichen, gliedern, herausarbeiten, herausfinden, illustrieren, in Beziehung setzen, klassifizieren, nachweisen, übertragen, unterscheiden, untersuchen, vergleichen, widerlegen, zuordnen,...
Für den Bereich Reflexion/Problemlösung: ableiten, appellieren, beurteilen, beweisen, bewerten, einen eigenen Standpunkt darlegen, diskutieren, einschätzen, empfehlen, entwerfen, entwickeln, erörtern, Hypothesen formulieren, gestalten, herstellen, interpretieren, kritisieren, prüfen, rekonstruieren, Stellung nehmen, überprüfen, verfassen, verteidigen, wählen,...
--> Beispiel Unterrichtssequenz Street-Art
Daraus sind mehrere Themengebiete möglich, z.B.:
- Kunst im öffentlichen Raum erkunden und reflektieren.
- Erweiterter Kunstformen erkennen, benennen, analysieren und erarbeiten.
- Subversive künstlerische Strategien benennen und reflektieren.